25.6.09: Aufwind-Tagung
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Christa Stelling (DEVAP), Katja Alfing (Diakonie RWL, Münster),
Dr. Christof Eichert (MGFFI), Sabine Wolf-Wennersheide (EEB),
Gerrit Heetderks (EEB), Gabriele Winter (Diakonie RWL, Düsseldorf)
Altenarbeit in NRW spürt einen Aufwind
- Qualifizierungsprojekt für Offene Altenarbeit endet -
Nach sechs Jahren erfolgreicher Arbeit endet das Qualifizierungsprojekt „Aufwind – von der Begegnungsstätte zum Begegnungs- und Servicezentrum für ältere Menschen“. Rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden fit gemacht für eine innovative Altenarbeit angesichts des demografischen Wandels. Nun läuft die Landesförderung aus.
  
Die klassischen Begegnungsstätten sind seit Jahrzehnten Treffpunkt für ältere Menschen. Hier werden Geselligkeit und Kultur gepflegt. Oft sind sie die einzigen Sozialbezüge und wichtiger Termin in der Woche für alte Menschen. In Folge des demografischen Wandels, drohen in Wohnquartieren die noch bestehenden sozialen Netze gänzlich zu zerfallen. Darauf müssen die Einrichtungen der Offenen Altenarbeit reagieren. Sie müssen weg von ihrer „Komm-Struktur“ für klassische Zielgruppen und sollten zukünftig zum Beispiel Angebote machen, die inmobile Menschen in ihren Wohnungen erreichen oder Menschen mit Migrationshintergrund besser ansprechen.
Genau hier setzt „Aufwind“ an. Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Seniorenbegegnungsstätten wurden für diese neuen Herausforderungen über eine zwei Jahre dauernde Fortbildung qualifiziert. In sechs Jahren konnten so 140 Altenarbeiterinnen und –arbeiter erreicht werden. Sie repräsentieren knapp 90 diakonische, kommunale, freie oder kirchliche Einrichtungen in NRW – vom Demenzcafé in Essen über ein Servicezentrum im Märkischen Kreis bis hin zu dem Projekt Kultur-Mobil in Wiehl. Initiiert und getragen wurde "Aufwind" von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL), dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Nordrhein (eeb) und dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW.
Gabriele Winter, Referentin bei der Diakonie RWL, beschreibt das Ziel von „Aufwind“ so: „Die Mitarbeitenden sollen qualifiziert werden, dass sie dann vor Ort in ihren Einrichtungen ein umfangreiches Hilfs-, Begleitungs- und Unterstützungssystem in den Quartieren aufbauen. Damit sollen alte Menschen eine Chance bekommen, ihr Leben über eine längere Zeit selbstbestimmt zu führen.“ Ein Beispiel für eine solche erfolgreiche Neukonzeptionierung der Offenen Altenarbeit ist die „Drehscheibe rund ums Alter“ der Evangelischen Altenheime in Leverkusen. Dort gab es vor einigen Jahren eine Altentagesstätte, die geselliges Kaffeetrinken, Ausflüge, Bastel- und Gymnastikkreise anbot. Heute steht die Drehscheibe für umfassenden Service rund ums Alter. Es gibt ein Beratungstelefon in Sozialfragen. Eine umfangreiche Datenbank bietet alle relevanten Informationen für Senioren in Leverkusen. Mit MouseMobil werden ältere Menschen in ihren Haushalten bei der Nutzung von Computer und Internet unterstützt. Enge Kooperationen zu Ärzten, Apotheken, Kirchengemeinden, Pflegediensten und kommunalen Einrichtungen ermöglichen es, individuelle Hilfsangebote zu vermitteln. Außerdem bringt eine große Gruppe von Ehrenamtlichen ihr Erfahrungs- und Fachwissen in die Arbeit mit ein.
„Mit dem gemeinsamen Projekt von Erwachsenenbildung, Diakonie und Ministerium habe wir sicher für etwas frischen Wind in der Offenen Altenarbeit in NRW gesorgt“, zieht die Projektkoordinatorin Sabine Wolf-Wennersheide vom eeb eine positive Bilanz. Sie betont, dass sich die Einrichtungen der Offenen Altenarbeit in den nächsten Jahren auf geänderte Erwartungen, Ansprüche und Wünsche der alternden Gesellschaft einrichten müssen. Das Ziel ist dabei vorgegeben: Niemand darf wegen seiner altersbedingten Einschränkungen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. (SGB XII §71)
       
Bei der Abschlussveranstaltung im Duisburger Christophoruswerk erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des letzten „Aufwind- Kurses“ ihre Zertifikate. Dazu sprach der Ministerialdirigent Dr. Christof Eichert über die Entwicklungen und Perspektiven der Seniorenpolitik NRW und verwies auf die Generation Erfahrung und deren Bedürfnisse und Erwartungen an die Gesellschaft. Der Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Franco Rest referierte über den Umgang mit Einsamkeit und der Arzt Dr. Georg Driesch über Helfende Beziehungen .
        
Auskunft:
Sabine Wolf-Wennersheide, Tel.: 0211-3610-230
Gabriele Winter, Tel.: 0211-6398-269